Besser bloggen zu kontroversen Themen?

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kontroverses thema

Es gibt BloggerInnen, die verstehen es, über kontroverse Themen wie Homo Ehe, Sterbehilfe, Ausländer Integration, Barf Hundefutter etc. mit viel Verständnis zu schreiben und zu diskutieren, während andere nur eine Menge rechthaberisches Gezänk zustande bringen.

Gibt es spezielle Dinge, die nur diese erste Gruppe kennt und es ihnen ermöglichen, umstrittene Fragenkomplexe zu behandeln, ohne dass sie den Blutdruck ihrer Leserschaft kollektiv in die Höhe treiben?

Ja, es gibt sie. Dinge, die auch Ihnen helfen werden, gut und attraktiv über ein kontroverses Thema zu schreiben.

Regel # 1: Kennen Sie Ihr Publikum

Nicht jedes Thema gehört auf Ihr Blog!

Selbst wenn Sie kein Nischen-BloggerIn sind. Da Sie sich Ihr Publikum, für die Sie schreiben, selbst ausgesucht haben, wissen Sie auch, was diese Leute interessiert und anzieht.

Möchten Sie sich zu einem Thema öffentlich äußeren, das nicht zu Ihrem Blog passt (oder Ihre Leserschaft gegen Sie aufbringen könnte), dann schreiben Sie Ihren Artikel trotzdem… nur publizieren Sie ihn nicht auf Ihrem Blog, sondern z.B. als Gastbeitrag auf einem anderen Blog, auf Social Media Plattformen wie Facebook oder Document Sharing Seiten wie Slideshare.net. … Seiten, auf denen Leute ihren Artikel finden können, die dessen Inhalt zu schätzen wissen und mit denen Sie ins Gespräch kommen können.

Setzen Sie sich zum Ziel, niemanden zu verärgern

Finden Sie es gut, in einem Blog Beitrag angegriffen zu werden?
Nein? Ihre Leser auch nicht!

Zu kontroversen Themen gibt es meist eine Menge Beiträge, in denen die Autoren bereits am Beginn klar stellen, dass es ihnen völlig egal ist, wenn sie einen Leser beleidigen. Das mag im ersten Moment ja Aufmerksamkeit bringen, aber viele neue, regelmäßige Leser und Erstkunden werden Sie damit kaum gewinnen. Ihr Ziel sind Besucher (potentielle Kunden), die daran interessiert sind, was Sie in Ihrem nächsten Beitrag zu sagen haben.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, jeden neuen Beitrag vor der Veröffentlichung eine Nacht zu überschlafen und ihn dann neu zu lesen. Noch besser, Sie lassen ihn von jemandem durchlesen, der diesem Thema weniger emotional gegenüber steht.

Stellen Sie sich (und Ihrem Freund) die Frage: Verärgert dieser Beitrag möglicherweise seine Leser?

Treten Sie Ihrem Publikum mit Respekt gegenüber und streichen Sie die Teile Ihres Textes, die Besucher verärgern statt motivieren.

Kennen Sie Ihren Standpunkt in- und auswendig!

Äußeren Sie sich nicht zu kontroversen Themen,
von denen Sie nur wenig verstehen.

Statt vorschnell etwas zu veröffentlichen, nehmen Sie sich die Zeit, dieses Gebiet gut zu recherchieren. Klopfen Sie Ihre Argumente von allen Seiten ab und überarbeiten die Schwachstellen, bevor Sie etwas veröffentlichen.

Schlüpfen Sie in die Rolle eines Advocatus Diaboli und vertreten das genaue Gegenteil Ihres Standpunktes. Haben Sie auch alle Punkte berücksichtigt, die jemand in einem Kommentar auf Ihrem Blog ansprechen könnte?

Gute Argumente, logisch und stimmig, das ist eine Sache; sie auch gut und überzeugend ‚zu Papier bringen‘, ist eine ganz andere Sache. Es gibt sicher etliche strittige Themen, zu denen Sie etwas beitragen können, falls Sie aber nicht gut darüber schreiben können, sollten Sie die Finger davon lassen (oder als Kurator relevante Inhalte dazu aus dem Web zusammen stellen und kommentieren).

Vermeiden Sie Übertreibungen

Ein sicherer Weg, um Besucher schnell zu vertreiben…

und zu verärgerten Kommentaren einzuladen, ist, sich als das Sprachrohr einer großen Gruppe von Leuten auszugeben. Vermeiden Sie in Ihren Blog Beiträgen Begriffe wie alle, jeder, überall, immer, niemals etc. Summierende Worte wie diese stoßen ab, besser ist manche oder manchmal.

Auch Urteile abzugeben wie… dumm, geistesgestört, miserabel ist gefährlich; besser, Sie überlassen es Ihren Lesern, sich selbst eine Meinung zu bilden – es ist auch nicht nötig, ihnen zu sagen, dass etwas wunderbar, verblüffend oder das Beste ist. Stellen Sie eine Idee vor, aber drängen Sie nicht Ihre Meinung auf.

Behandeln Sie Ihre Leser mit Respekt

Es gibt kaum einen schnelleren Weg, Besucher zu verscheuchen,
als sie von oben herab anzusprechen.

Gehen Sie nicht von vorne herein davon aus, dass Leser nicht Ihrer Meinung sein werden. Rational denkende Besucher hören sich Ihre Argumente zumindest an – und stimmen am Ende eventuell auch mit Ihnen, zumindest teilweise, überein. Veröffentliche Sie Ihre Meinung, lehnen Sie sich zurück und warten Sie die Reaktionen ab.

Zusammenfassung

Bloggen zu kontroversen Themen und dabei nie jemandem auf den Schlips treten, ist unmöglich. Berücksichtigen Sie aber diese fünf Tipps, so betreiben Sie Schadensbegrenzung bereits im Vorfeld und werden vielleicht mehr Leute als bisher mit Ihren Worten von dem überzeugen können, was Sie für richtig halten.